Gefühl nicht da zu sein - Ist es tatsächlich nur Einbildung?

Depersonalisation, oder auch: Das Gefühl nicht da zu sein.
Wir alle kennen das Gefühl, als würden wir gerade neben uns stehen. Das Gefühl nicht da zu sein, ein Gefühl der Fremde und der Unnahbarkeit unseres eigenen Selbst.
Depersonalisation beschreibt genau dieses Gefühl, allerdings tritt es hier nicht unmittelbar und nur in akuten Stresssituationen auf, sondern ist ein über längere Zeit andauernder Zustand. Betroffene Personen fühlen sich von ihrem eigenen Selbst abgespalten und sehen ihr eigenes Leben wie eine Art Film an sich vorüberziehen, wobei die Erlebnisse, Gefühle, Empfindungen und und Tätigkeiten als nicht zu ihrem Ich gehörend empfunden werden.

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Den Betroffenen ist allerdings zu jederzeit vollkommen bewusst, dass die Gedanken, Gefühle und Co. sehr wohl zu ihnen gehören, das ist der größte Unterschied zwischen der Depersonalisation und einer Psychose. Fest steht auch, dass das Gefühl nicht da zu sein ein natürlicher Schutzmechanismus des Köpers ist, wenn er sich einer Situation nicht gewachsen fühlt.
Bei traumatischen Erfahrungen schaltet der Körper ein Stück weit ab und schraubt sämtliche Empfindungen herunter, um die Schmerzen, seien es nun physische oder auch psychische Schmerzen, aushalten zu können. 

Kann die traumatische Situation nicht verarbeitet werden, so können dadurch im Laufe der Zeit weitere Folgen entstehen. Die Depersonalisation ist häufig die Begleiterscheinung der Posttraumatischen Belastungsstörung, die sich auch in einer Depression, einer Borderline Persönlichkeitsstörung oder anderen Störungen äußern kann.
Somit ist das Gefühl nicht da zu sein ein ernst zu nehmender Hinweis auf unverarbeitete Ereignisse im Leben, die zwingend bearbeitet und aufgelöst werden müssen, um die Lebensqualität des Betroffenen wieder zu steigern.

Wusstest du schon?

Eine Studie in Rheinland-Pfalz hat ergeben, dass auch Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren häufig von einer Depersonalisation betroffen sind. Rund 32% der befragten Schüler zeigten ein großes Ausmaß an psychischer Belastung, 12% eindeutige Symptome einer Depersonalisation.

Die Depersonalisation ist eine offiziell anerkannte psychische Störung, die den weiteren Werdegang eines Menschen sehr beeinflussen kann.
Ist es erst zur Beeinträchtigung des Persönlichkeitsbewusstseins gekommen, so werden die Betroffenen nach und nach immer mehr Schwierigkeiten haben, ihren Alltag zu bewältigen. Wichtige Termine und Fristen können nicht eingehalten werden, weil das eigene Leben nicht als solches empfunden werden kann und sich eine große Antriebs- und Hoffnungslosigkeit ausbreitet. 

Zu beachten ist auf jeden Fall auch, dass die Depersonalisation nicht gas gleiche wie eine Derealisation ist. Bei der Derealisation bezieht sich das Entfremdungsempfinden nicht auf die eigene Person, sondern auf das Umfeld des Betroffenen.
Das eigene Selbst, mit allen Gedanken und Gefühlen die dazugehören, wird als Ich-zugehörig empfunden, die Außenwelt jedoch als fremd und manchmal sogar als unberechenbar und beängstigend wahrgenommen.

Wusstest du schon?

Das Gefühl nicht da zu sein geht oft mit einem unrealistischen Zeitgefühl einher. Betroffenen haben das Gefühl, als lägen manche Tätigkeiten, die sie nur wenige Stunden zuvor erledigt haben, schon wochenlang zurück.
So erscheint auch der Kinobesuch mit Freunden vom vorigen Abend plötzlich in weiter Ferne. So fern, als hätte dieser Abend vor rund zwei Monaten stattgefunden.

"Ich hab das Gefühl nicht da zu sein!“ - Du bist nicht alleine!

Solltest du selbst zu den Menschen gehören, die das Gefühl nicht da zu sein nur allzu gut kennen, so kann die Diagnose Depersonalisation im ersten Moment sehr niederschmetternd sein.
Doch verzweifle nicht, denn diese Diagnose ist keine Einbahnstraße, die zwangsläufig irgendwann in einer Sackgasse enden muss. Zudem sei gesagt, dass du nicht die einzige Person bist, die so denkt und fühlt, sondern dass es viele andere Menschen gibt, die genau das gleiche fühlen oder in ihrem Leben bereits gefühlt haben.

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Es ist kein Zeichen der Schwäche, wenn du dir Hilfe suchst, um deine Vergangenheit verarbeiten zu können. Wichtig ist in erster Linie, dass du nicht für deine Gefühle schämen musst. Rede offen darüber mit Personen aus deinem Umfeld, denen du vertraust.
Natürlich kannst du auch einen Therapeuten aufsuchen und ihm deine Gefühle und Empfindungen schildern.
Ein gut ausgebildeter Therapeut wird dich ernst nehmen und kann dir verschiedene Strategien aufzeigen, wie du deine Situation verbessern und dein Leben wieder in die richtigen Bahnen lenken kannst.

Wusstest du schon?

Bewegungen und Handlungen fühlen sich manchmal an, als wären die Betroffenen Marionetten, die zwar alles mitbekommen, jedoch ein anderer Menschen die Fäden zieht und den Arm oder das Bein für sie anhebt um gewisse Dinge zu erledigen.
Wie ein mechanisch gesteuerter Roboter bewegt sich die betroffene Person durch den Alltag.

Das Gefühl nicht da zu sein kann ein lähmendes Gefühl sein, jedoch ist es wichtig, dass du verstehst, dass die Depersonalisation in erster Linie ein Schutzmechanismus ist. Dein Körper bzw deine Seele möchte dir etwas mitteilen und es wird sich für dich lohnen, wenn du dir die zeit nimmst, dir selbst zuzuhören.
Mit der Depersonalisation geht immer auch eine gewisse Art der Entschleunigung, also ein Innehalten, einher. Unterstütze dich selbst, schaue in dich hinein, höre dir selbst zu und nutze das Gefühl nicht da zu sein als Chance, die vergangenen Erfahrungen hinter dir lassen zu können, um ohne Altlasten wieder voll ins Leben starten zu können! 

Du kannst diese Gelegenheit auch nutzen, um dein Umfeld auf die Probe zu stellen. Welche deiner Freunde sind wahre Freunde, welche Familienmitglieder stützen dich auch in schwierigen Situationen, welche Menschen wenden sich ab und welche Menschen kommen neu in dein Leben, wenn du dich auf diese Reise begibst?
Du musst den Kampf nicht alleine gewinnen, es gibt so viele Menschen da draußen, die dir gerne helfen wollen, wenn du dir helfen lassen willst - die Entscheidung liegt ganz bei dir.

Wusstest du schon?

Die eigenen Empfindungen für die Umwelt wirken unecht und leblos, Betroffene haben oftmals nur das Gefühl nicht da zu sein, sondern auch das Gefühl, dass Situationen künstlich und abgeflacht wirken, als würde der Betroffene ein lebloses Bild anschauen.
Die Situationen werden neutral bewertet, auch wenn der Betroffene je nach Situation weiß, dass er jetzt eigentlich traurig/fröhlich/wütend/usw. sein müsste, wenn es sich um eine sehr emotionale Situation handelt.
Doch stattdessen empfindet die betroffene Person entweder nichts, oder eine für sie selbst und auch das Umfeld unerklärliche Leere.

Viele Menschen mit einer Depersonalisation haben den Drang, immer wieder zu überprüfen, ob sie selbst auch wirklich noch da sind. Dieser Drang äußert sich so, dass die Betroffenen sich selbst ab und zu anfassen, kneifen oder sich Schmerzen zufügen, um eine Empfindung auszulösen, die ihre Existenz zweifelsfrei bestätigen kann.
Nicht selten äußert sich dieser Drang früher oder später in selbstverletzendem Verhalten, das auf jeden Fall einer therapeutischen Behandlung bedarf.

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Wenn du mehr über das Gefühl nicht da zu sein wissen möchtest, dann solltest du hier vorbei schuen.

Oft gestellte Fragen:

Kann man depersonalisation heilen? 

Heilung tritt in diesem Fall nach kurzer Zeit von alleine ein. Sind die Symptome stark ausgeprägt, leiden die Betroffenen meist lange Zeit unter Symptomen derDepersonalisation und Derealisation. Mithilfe einer Psychotherapie können sie aber lernen, die Symptome besser zu kontrollieren.  

Wie fühlt sich depersonalisation an? 

Symptome. Die Symptome der Depersonalisationsstörung (englischdepersonalisation disorder) sind vielfältig und für die Betroffenen oft schwer in Worte zu fassen. Zu den Kernsymptomen zählen: Emotionale Taubheit: Betroffene empfinden, dass sie nichts fühlen, oder dass ihre Gefühle „flach“ oder unwirklich sind.  

Ist depersonalisation eine Psychose? 

In den meisten Fällen treten Derealisation und Depersonalisation nicht als eigenständiges Phänomen, sondern im Zusammenhang mit einer (psychischen) Krankheit auf. Insofern wird meist die zugrunde liegende Krankheit behandelt, nicht die Symptome an sich.  

Was ist depersonalisation Derealisation? 

Menschen, die an Depersonalisation leiden, empfinden ihre Person oder ihren Körper als fremd, nicht mehr vertraut, unwirklich und fern. Häufig gehtDepersonalisation mit der Derealisation Hand in Hand. Bei einer Derealisationerscheint nicht die eigene Person, sondern die Umgebung fremdartig verändert.  

Was ist eine gestörte Selbstwahrnehmung? 

Bei einer Ich-Störung kann sich der Eindruck einstellen, die eigenen Gedanken würden von außen weggenommen, gelesen und benutzt oder komplett gesteuert. Die emotionale Ebene bezieht sich auf die Erlebniswelt. Betroffene empfinden zum Beispiel den eigenen Körper als fremd oder abgegrenzt vom eigenen Erleben.  

Was bedeutet es neben sich zu stehen? 

neben sich stehen - Synonyme bei OpenThesaurus. durcheinander · entgeistert · fassungslos · konfus · neben sich stehen · umnachtet · verstört · verwirrt · derangiert (geh., franz.) · neben der Rolle sein (ugs.)  

Was versteht man unter einer Ich Störung? 

Als Ich-Störungen werden Erlebensweisen bezeichnet, bei denen es zu Störungender Ich-Umwelt-Grenze im Sinne einer Störung des personalen Einheitserlebens („Ich-Erleben“) kommt. Der Begriff der Ich-Störung umfasst einen Komplex an Symptomen, welche sich phänotypisch teils deutlich voneinander unterscheiden.  

Was versteht man unter Panikattacken? 

Als Panikattacke wird das einzelne plötzliche und in der Regel nur einige Minuten anhaltende Auftreten einer körperlichen und psychischen Alarmreaktion (fight or flight) ohne objektiven äußeren Anlass bezeichnet. Oft ist den Betroffenen nicht klar, dass ihre Symptome Ausdruck einer Panikreaktion sind.  

Was versteht man unter einer Psychose? 

Psychose. ... Psychose ist ein Überbegriff für schwere psychische Störungen, bei denen die Betroffenen den Bezug zur Realität verlieren. Dabei nehmen die Patienten sich selbst und ihre Umwelt verändert wahr. Typische Anzeichen für eine Psychose sind Wahnvorstellungen und Halluzinationen.  

Was versteht man unter einer Psychose?

Psychose. ... Psychose ist ein Überbegriff für schwere psychische Störungen, bei denen die Betroffenen den Bezug zur Realität verlieren. Dabei nehmen die Patienten sich selbst und ihre Umwelt verändert wahr. Typische Anzeichen für eine Psychose sind Wahnvorstellungen und Halluzinationen.


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