Entfremdung Psychologie - Das solltest du unbedingt wissen!

Sich in der gewohnten Umgebung oder sogar im eigenen Körper wie ein Fremder zu fühlen, wird in der Psychologie als emotionale Entfremdung oder Depersonalisation bezeichnet.
Das Gefühl nicht Herr über den eigenen Körper zu sein und eine gewisse emotionale Taubheit gegenüber alltäglichen Umwelteinflüssen zu empfinden, kann ein Begleitsymptom von Stresssituationen oder Beschwerden wie Panikattacken oder Migräne sein. Von der mentalen Krankheit der Depersonalisation spricht man, wenn diese Gefühle nicht als Begleiterscheinung, sondern als die direkte Ursache von persönlichem Leid auftreten. Verursacht wird die Entfremdung üblicherweise durch ein einmaliges, traumatisches Erlebnis häufig im frühen Kindheits- bzw. Jugendalter oder als Schutzreaktion gegenüber langwierigen Angst- oder Stresszuständen.
Die Ursachen von Entfremdung in der Psychologie sind allerdings zu tiefst individuell, sodass immer der jeweilige Einzelfall in Betracht gezogen werden muss.

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Bereits in den jungen Jahren der Psychoanalyse vermutete Sigmund Freud, dass sich hinter der emotionalen Entfremdung ein Abwehrmechanismus unseres Gehirns verbirgt.
Ähnlich wie Kampf- oder Fluchtreflexe ist es eine defensive Reaktion auf Gefahrensituationen, welchen man nicht durch bloßes Weglaufen entkommen kann.
Entfremdung ist in der Psychologie eine Flucht in unser Innerstes, um unerträglichen Ängsten, Situationen und sonstigem Leid zu entkommen.
Den schmerzlichen Gefühlen entgeht man scheinbar, da man sich nicht mehr mit ihnen identifiziert. Statt den üblichen Gefühlen von Sorgen, Schuld und Unwohlsein entwickelt der Betroffene Ersatzverhaltensweisen, welche diese negativen Emotionen durch Gleichgültigkeit, Ablenkung und Taubheit verdrängen. Ganz nach dem Motto: "Wenn ich meine Probleme nicht sehe, dann können sie mir auch kein Leid zufügen." Die eigenen Gefühle werden zum Feind erklärt und anstatt echten, emotionalen Reaktionen auf Problemsituationen werden diverse Verdrängungsstrategien aktiv.

Wusstest du schon?

Die Psychologie ist eine erstaunlich junge Wissenschaft. Die Begründung der Psychoanalyse wird Sigmund Freud zum Beginn des 20. Jahrhunderts zugeschrieben.
Zwar zeigten Traditionen wie die Traumdeutung ein lang bestehendes Interesse der Menschheit an der unterbewussten Psyche, doch erst durch Freud und seine Nachfolger wurden Theorien wissenschaftlich begründet. Aus diesem Grund steht die Erforschung von Themen wie die Entfremdung in der Psychologie noch in ihren Anfängen.

Wenn der eigentlich nützliche Mechanismus, sich von negativen Gefühlen nicht intensiv beeinträchtigen zu lassen, zum Dauerzustand wird, löst das ganz neues Unbehagen aus. Die Betroffenen stecken dann in einem Teufelskreis fest, wobei sie sich von Ängsten und Leid distanzieren und diese Distanz und Entfremdungen ihnen auf neue Weise Panik bereitet. Entfremdung ist daher in der Psychologie ein bedeutsames Thema, welches eine ständige Suche nach Ursachen und Lösungsansätzen verlangt.

Wusstest du schon?

Die Hirnaktivität kann anhand das sogenannten EEG oder auch Elektroenzephalografie gemessen werden. Durch Elektroden, die an verschiedenen Stellen am Kopf befestigt werden, kann die Spannung der elektrischen Signale an den Nervenbahnen gemessen werden. Somit wird festgestellt, welche Hirnareale der Patienten bei verschiedenen Aufgaben oder Verhaltensweisen aktiviert werden.

Entfremdung aus psychologischer Sicht - Das sind die neuen Erkenntnisse!

Fremdheitsgefühle gegenüber der Umwelt, den Mitmenschen oder auch sich selbst sind auf die Hemmung gewisser Neurotransmitter bei der Signalübertragung des zentralen Nervensystems zurückzuführen. Patienten, welche unter einer Depersonalisation leiden, zeigen eine überdurchschnittliche Aktivität in gewissen Arealen des Präfrontalen Kortex.
Dieser befindet sich am Frontallappen der Großhirnrinde und ist unter anderem für die Kontrolle von Emotionen verantwortlich.
Die beschriebenen Areale schicken Inhibitoren bzw. hemmende Signale an die Emotionszentren des Hirns, wozu die vordere Inselrinde und die Amygdala gehören.
Die Betroffenen reagieren folglich nicht nur weniger emotional, sondern können auch die emotionale Färbung ihrer Umwelt lediglich erschwert Wahrnehmen. Das Gehirn sendet daraufhin kaum emotionale Reaktionen auf Umwelteinflüsse aus, weshalb sich Patienten weniger mit der Welt verbunden fühlen.

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Die Entfremdung vom eigenen Körper zeigt sich darin, dass Betroffene beim Betrachten verstörender, angsteinflößender Bilder abgeschwächte, körperliche Reaktionen im Vergleich zu gesunden Personen zeigen. 

Die Entfremdung in der Psychologiezeigt somit die mentale Krankheit anhand physischer Symptome. Bei dieser Kategorie von Entfremdung spielt der Gyrus Angularis im Scheitellappen des Hirns eine entscheidende Rolle.
Diese Windung in der Großhirnrinde gleicht ab, inwiefern unsere Absichten mit den darauffolgenden Handlungen übereinstimmen. 

Wenn wir anders handeln, als beabsichtigt, verfällt der Gyrus Angularis in einen Alarmzustand. Bei Patienten der Depersonalisationsstörung schlägt dieses Areal dauerhaft Alarm, was ein gewisses Lähmungsgefühl bezogen auf die eigenen Handlungen hervorruft. Betroffenen kommt es so vor, als würden sie unabhängig von ihrem Körper existieren.

Wusstest du schon?

Eine kurzzeitige Form von Entfremdung kann auch durch den Rauschzustand beim Einnehmen gewisser Drogen entstehen.
Dies ist allerdings auf das Erlebnis beschränkt, sich außerhalb des eigenen Körpers zu empfinden. Menschen berichten davon, dass sie eine Art Außenperspektive auf sich selbst erlebt haben oder auch, dass sich der eigene Körper wie gelähmt anfühlte und scheinbar keine Verbindung zwischen Körper und Geist bestand.
Diese Form der Depersonalisation gilt allerdings nicht als psychische Störung, da sie nicht von Dauer ist.

Die Diagnose erfolgt zunächst über die Cambridge Depersonalisation Skala, welche in Zusammenarbeit der Psychiater Mauricio Sierra-Siegert und German Berrios entworfen wurde. Als Fragebogen wird die Häufigkeit gewisser Symptome und Empfindungen festgestellt, welche auf einen Fall von Entfremdung auf der Psychologie Ebene hinweisen können.

Entfremdung psychologisch erklärt - Eine mögliche Lösung für dich?

Für die emotionale Entfremdung sind in der Psychologie nicht nur die möglichen Ursachen und Diagnosen von Bedeutung, die Therapiemöglichkeiten sind ebenso entscheidend, da es letztendlich darum geht, den Patienten zu helfen.

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Um der Depersonalisation entgegenzuwirken, muss der Betroffene wieder einen Zugang zu den eigenen Emotionen finden. Die Verhaltenstherapie ermöglicht es durch geschickte Methoden den Teufelskreis der Angst vor negativen Emotionen sowie vor der eigenen Taubheit zu entkommen.
Der Patient wird durch neue, heilsame Erfahrungen im Umgang mit Emotionen auf den Weg der Besserung gebracht. Die Ursachen der psychischen Störung müssen aufgearbeitet werden, um sich von den ungewünschten Verdrängungsmechanismen zu lösen. 

Die Therapie durch Medikamente ist ebenso möglich, da etwa durch Antidepressive, Angstlöser oder Medikamente mit ähnlichen Wirkstoffen die Neurotransmitter im Gehirn stimuliert werden.
Daraus folgt, dass die Emotionszentren wieder ungehindert Signale versenden können. Auch hier gilt allerdings, dass Entfremdung auf der Psychologie Ebene individuell vom Patienten abhängt, sodass nicht jeder Wirkstoff die gleichen Resultate erzielt.
Die eigene Bereitschaft sich von den bisherigen Verhaltensweisen zu lösen und das Bewusstsein, dass man von einer Entfremdung betroffen ist, sind in jedem Fall der erste Schritt zur Besserung.

Wusstest du schon?

Unabhängig von der Psychologie wurde der Begriff "Entfremdung" bereits in der Philosophie von Karl Marx definiert.
Er bezog sich vorrangig auf die Entfremdung der Menschen von Ihrer Arbeit, sodass man nicht mehr um des Produktes Willen sondern um des Geldes Willen arbeitet. In den 60er und 70er Jahren regten diese Überlegungen Diskussionen in der Psychologie an.
Die Frage, wie wichtig es sei, dass sich Menschen mit ihrer Umgebung, ihrer Arbeit und sich selbst identifizieren, gewann an Bedeutung.
Diese Theorie hat bis heute einen Einfluss auf die Forschung im Bereich der Arbeits- und Organisationspsychologie.

Überlebende von Gewalttaten oder Unfallsituation berichten häufig von einem Gefühl, sich außerhalb des eigenen Körpers zu befinden. Der Schockzustand der Betroffenen leitet hier den Schutzmechanismus des Gehirns ein, welcher ähnlich wie bei der Entfremdung in der Psychologie wirkt. Negative Emotionen oder sogar physische Schmerzen werden häufig nicht wahrgenommen, sodass die jeweilige Person für einige Augenblicke noch gänzlich Ruhe bewahren kann.

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Wenn du mehr über die eigene Entfremdung wissen möchtest, dann schau hier vorbei.

Oft gestellte Fragen:

Kann man depersonalisation heilen? 

Heilung tritt in diesem Fall nach kurzer Zeit von alleine ein. Sind die Symptome stark ausgeprägt, leiden die Betroffenen meist lange Zeit unter Symptomen derDepersonalisation und Derealisation. Mithilfe einer Psychotherapie können sie aber lernen, die Symptome besser zu kontrollieren.  

Wie fühlt sich depersonalisation an? 

Symptome. Die Symptome der Depersonalisationsstörung (englischdepersonalisation disorder) sind vielfältig und für die Betroffenen oft schwer in Worte zu fassen. Zu den Kernsymptomen zählen: Emotionale Taubheit: Betroffene empfinden, dass sie nichts fühlen, oder dass ihre Gefühle „flach“ oder unwirklich sind.  

Ist depersonalisation eine Psychose? 

In den meisten Fällen treten Derealisation und Depersonalisation nicht als eigenständiges Phänomen, sondern im Zusammenhang mit einer (psychischen) Krankheit auf. Insofern wird meist die zugrunde liegende Krankheit behandelt, nicht die Symptome an sich.  

Was ist depersonalisation Derealisation? 

Menschen, die an Depersonalisation leiden, empfinden ihre Person oder ihren Körper als fremd, nicht mehr vertraut, unwirklich und fern. Häufig gehtDepersonalisation mit der Derealisation Hand in Hand. Bei einer Derealisationerscheint nicht die eigene Person, sondern die Umgebung fremdartig verändert.  

Was ist eine gestörte Selbstwahrnehmung? 

Bei einer Ich-Störung kann sich der Eindruck einstellen, die eigenen Gedanken würden von außen weggenommen, gelesen und benutzt oder komplett gesteuert. Die emotionale Ebene bezieht sich auf die Erlebniswelt. Betroffene empfinden zum Beispiel den eigenen Körper als fremd oder abgegrenzt vom eigenen Erleben.  

Was bedeutet es neben sich zu stehen? 

neben sich stehen - Synonyme bei OpenThesaurus. durcheinander · entgeistert · fassungslos · konfus · neben sich stehen · umnachtet · verstört · verwirrt · derangiert (geh., franz.) · neben der Rolle sein (ugs.)  

Was versteht man unter einer Ich Störung? 

Als Ich-Störungen werden Erlebensweisen bezeichnet, bei denen es zu Störungender Ich-Umwelt-Grenze im Sinne einer Störung des personalen Einheitserlebens („Ich-Erleben“) kommt. Der Begriff der Ich-Störung umfasst einen Komplex an Symptomen, welche sich phänotypisch teils deutlich voneinander unterscheiden.  

Was versteht man unter Panikattacken? 

Als Panikattacke wird das einzelne plötzliche und in der Regel nur einige Minuten anhaltende Auftreten einer körperlichen und psychischen Alarmreaktion (fight or flight) ohne objektiven äußeren Anlass bezeichnet. Oft ist den Betroffenen nicht klar, dass ihre Symptome Ausdruck einer Panikreaktion sind.  

Was versteht man unter einer Psychose? 

Psychose. ... Psychose ist ein Überbegriff für schwere psychische Störungen, bei denen die Betroffenen den Bezug zur Realität verlieren. Dabei nehmen die Patienten sich selbst und ihre Umwelt verändert wahr. Typische Anzeichen für eine Psychose sind Wahnvorstellungen und Halluzinationen.  

Was versteht man unter einer Psychose?

Psychose. ... Psychose ist ein Überbegriff für schwere psychische Störungen, bei denen die Betroffenen den Bezug zur Realität verlieren. Dabei nehmen die Patienten sich selbst und ihre Umwelt verändert wahr. Typische Anzeichen für eine Psychose sind Wahnvorstellungen und Halluzinationen.


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